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Pressemitteilung zur Eröffnung:

„The sky is not the limit“ - 41. Herbsttreffen der Medienfrauen beginnt in München
BR in diesem Jahr Ausrichter

Unter dem Motto: „The sky is not the limit“ hat das 41. Herbsttreffen der Medienfrauen begonnen. Mehr als 300 Mitarbeiterinnen aus allen Bereichen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten aus Deutschland und Österreich kommen ab diesem Freitag, den 26. Oktober 2018, in München zusammen.
In diesem Jahr richtet der Bayerische Rundfunk die dreitägige Konferenz aus. Das Treffen findet jährlich abwechselnd bei einem der Partner, ZDF, ORF, Deutsche Welle, Deutschlandradio oder einer der ARD-Anstalten statt. Der BR ist bereits zum vierten Mal Gastgeber.
Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen von dem Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks und Vorsitzenden der ARD-Hörfunkkommission, Martin Wagner.
Wichtigstes und übergeordnetes Ziel der Herbsttreffen ist und bleibt seit dem Ende der 1970er Jahre das Thema Gleichstellung der Frau in den öffentlich-rechtlichen Medien, so die Gastgeberin Sandra David, die Gleichstellungsbeauftragte des Bayerischen Rundfunks zur Eröffnung:
„Laptop und Lederhose war gestern - die Zukunft heißt Dirndl und Digitalisierung!. Unsere Erwartungen sind bereits zum Auftakt des Herbsttreffens mit mehr als 300 weiblichen Gästen aus allen ARD-Anstalten, ZDF, DW, Deutschlandradio und ORF weit übertroffen worden. Gleich zu Beginn hat das hochkarätig besetzte Expertinnen-Podium einen Einblick in die Arbeit erfolgreicher Frauen gegeben. Mit dabei: die Key Note Speakerin und Power-Frau Sabine Asgodom, Prof. Birgit Spanner-Ulmer, Produktions- und Technikdirektorin des Bayerischen Rundfunks, Autorin Yvonne Hofstetter und Unternehmerin Frau Stefanie Stalf. Ihr Erfolg ist Motivation und Antrieb für viele unserer Kolleginnen.“
Die Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Kerstin Schreyer, betonte: „Frauen müssen sichtbarer werden. Das gilt für die Führungsetagen der Unternehmen, für Parteien und die Politik, aber auch für die Medien. Die Medien sind es, die die Vorstellungen der Gesellschaft wesentlich prägen. Sie haben es in der Hand, welches Bild sie nach außen vermitteln. Denn noch immer sind Frauen häufig auf überholte Rollenbilder reduziert. Gerade erfolgreiche Vorbilder fehlen allzu oft.“
Die Gleichstellungsbeauftragten der öffentlich-rechtlichen Medien fordern eine als geschlechtergerecht geltende Besetzung nicht nur bei Leitungspositionen in den Rundfunkanstalten. Sie setzen sich für eine weitere Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein.
Für die inhaltliche Ausgestaltung der Tagung ist die jeweils federführende Rundfunkanstalt verantwortlich. In München erwarten die Teilnehmerinnen zahlreiche Vorträge, Diskussionsrunden und umfangreiche Workshops und Fortbildungen zu gesellschaftlichen, politischen, technischen und interkulturellen Themen mit weiteren internen und externen Expertinnen.

Das erste Herbsttreffen fand 1978 statt: In Frankfurt am Main trafen sich 130 Frauen von ZDF und den ARD-Rundfunkanstalten, ein Jahr später in Berlin waren es bereits 250 Frauen.

Weitere Informationen unter:
https://www.herbsttreffen-medienfrauen.de/

Twitter:
#HT18
#medienfrauen18

Pressekontakt
BR-Pressestelle:
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Pressemitteilung zum Ende des 41. Herbsttreffens:

41. Herbsttreffen der Medienfrauen in München geht zu Ende

28.10.2018 – 14:18

München - Heute ist das 41. Herbsttreffen der Medienfrauen zu Ende gegangen. Vom 26. bis 28. Oktober 2018 trafen sich etwa 300 Mitarbeiterinnen der öffentlich-rechtlichen Sender Deutschlands und Österreichs beim Bayerischen Rundfunk in München.

Sandra David, die Gleichstellungsbeauftragte des Bayerischen Rundfunks und Gastgeberin des diesjährigen Treffens in München zog insgesamt eine positive Bilanz des Herbsttreffens: "`The sky is not the limit´ war ein riesiger Erfolg. Eineinhalb Jahre Vorbereitung, 29 Stunden erstklassiges Programm mit 43 hervorragenden und beeindruckenden Referentinnen liegen hinter uns. Ich bin stolz, dass wir Gastgeber der etwa 300 Frauen von ARD, ZDF, Deutsche Welle, Deutschlandradio und ORF sein durften. Es ist das größte und bedeutendste Netzwerktreffen innerhalb der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und wir konnten auch in diesem Jahr wieder meinungsbildende Akzente setzen. Ich hoffe, unsere Teilnehmerinnen tragen den Spirit von `The sky is not the limit´ weiter in ihre Häuser."

Die Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Kerstin Schreyer, betonte: "Frauen müssen sichtbarer werden. Das gilt für die Führungsetagen der Unternehmen, für Parteien und die Politik, aber auch für die Medien. Die Medien sind es, die die Vorstellungen der Gesellschaft wesentlich prägen. Sie haben es in der Hand, welches Bild sie nach außen vermitteln. Denn noch immer sind Frauen häufig auf überholte Rollenbilder reduziert. Gerade erfolgreiche Vorbilder fehlen allzu oft."

Den Negativpreis "Saure Gurke 2018" erhielt die ZDF-Sportredaktion für ihre sexistische Fragestellung in einem Interview mit Angelique Kerber nach ihrem Wimbledon-Sieg im Juli 2018. In der Begründung der Jury heißt es: "Eine deutsche Topathletin hat 22 Jahre nach Steffi Graf einen historischen Sieg errungen, und der Sportreporter konzentriert sich im Interview mit Angelique Kerber darauf, herauszufinden, mit welchem der männlichen Finalisten sie lieber tanzen würde." Da müsse man sich schon fragen, ob im Umkehrschluss einem der männlichen Athleten solche Fragen gestellt werden würden. Das sei Sexismus pur, so die Jury.

Zum Abschluss ihres Herbsttreffens verabschiedeten die Medienfrauen zwei Resolutionen. Sie fordern eine verbindliche Frauenquote von 50 Prozent in den Führungsetagen der öffentlich-rechtlichen Medienhäuser bis zum Jahr 2025. Außerdem kritisieren sie die Verurteilung einer Gynäkologin wegen der Beratung zum Schwangerschaftsabbruch und fordern die Abschaffung des Paragrafen 219a.

Das Herbsttreffen der Medienfrauen wird jedes Jahr von einer anderen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt ausgerichtet und findet im nächsten Jahr beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main statt.

Twitter: #HT18 #medienfrauen18

Kontakt zur Gleichstellungsbeauftragten des Bayerischen Rundfunks:
Sandra David
089/5900 -24705
0151/44 03 74 40


Resolutionen des 41. Herbsttreffens der Medienfrauen

In diesem Jahr wurden während des 41. Herbsttreffens der Medienfrauen zwei Resolutionen ausgearbeitet. Sie finden beide nun folgend auf unserer Website:

 

1. Resolution des Herbsttreffens der Medienfrauen 2018

Ohne Quote geht es nicht

In den obersten Entscheidungsetagen des Öffentlich-Rechtlichen hat sich was getan: Es gibt eine Intendantin weniger.  Von 13 Intendant*innen-Posten in den ARD-Anstalten, im ZDF, ORF, Deutschlandfunk und der Deutschen Welle sind zwei mit Frauen besetzt, 2012 waren es noch drei.

Die Hälfte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehört den Frauen. Das gilt auch für die Führungsetagen.

Mit freiwilligen Vereinbarungen wird keine Gleichstellung geschafft.

Deswegen fordern wir eine verbindliche Quote von 50 Prozent, die bei Nichterfüllung sanktioniert wird.

Wir fordern, dass alle demnächst freiwerdenden Intendantenposten so lange weiblich besetzt werden, bis Parität erreicht ist.

Wenn keine Frau gefunden wird, bleibt der Stuhl frei.

Wir fordern eine Selbstverpflichtung aller öffentlich-rechtlichen Sender, wonach Leitungsfunktionen bis 2025 je zur Hälfte mit Männern und Frauen besetzt sind, um damit dem Grundgesetz zu entsprechen, einer tatsächlichen Gleichberechtigung nachzukommen.

Wir fordern auch die Gremien auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und unsere Forderungen umzusetzen.

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2. Resolution der Medienfrauen von ARD, ZDF, ORF, Deutschlandradio und Deutscher Welle

Wir, die Teilnehmerinnen des 41. Herbsttreffens der Frauen in den Medien in München, nehmen mit Bestürzung und Unverständnis wahr, dass die Gynäkologin Kristina Hänel in erster Instanz verurteilt wurde. Urteilsbegründung: Frau Hänel verstoße gegen den § 219a, sie „werbe“ für Schwangerschaftsabbrüche.

Dieser Paragraf stellt bereits die Information über Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe und dient damit Abtreibungsgegner*innen seit vielen Jahren dazu, Ärzt*innen in Deutschland anzuzeigen, einzuschüchtern und zu terrorisieren.

Schwangerschaftsabbruch ist ein verbrieftes Recht in Deutschland.

Der §219a ist veraltet und überflüssig. Er behindert das Anrecht von Frauen auf sachliche Informationen.

Auch und gerade beim Thema Schwangerschaftsabbruch müssen Frauen die freie Arztwahl haben und sich medizinisch sachlich und richtig informieren können.

Wir fordern daher die Abschaffung des § 219a durch die gesetzgebenden Institutionen.

München, 27. 10. 2018


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Bildergalerie zum 41. Herbsttreffen der Medienfrauen